3D-Bilder per Photoshop

Noch gar nicht lange her, da habe ich mir Ice Age 3 als 3D-Film im Kino angeschaut und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich hatte das Gefühl, mitten im Film zu sein. Kleine Funken flogen um mich herum und alles zum Greifen nahe. Es folgte Avatar. Ein Film der mich entgültig davon überzeugte:  Ich will in Zukunft keine Filme mehr ohne 3D sehen. Es sei denn, es geht nicht anders 🙂

Zwar gibt es nun schon TV-Geräte mit dieser Kino-Technik und auch schon Kameras für den Privatgebrauch, aber diese sind nicht gerade billig. Ich kann es mir noch nicht leisten, ohne danach verhungern zu müssen. Erst wenn ich nach einem solchen Kauf noch wenigstens das Toastbrot aus dem Aldi zahlen kann, werde ich mich um so eine Anschaffung kümmern.

Der Punkt ist aber 3D-Optik. Die alte Technik mit den Rot-Grünen Gläsern kennt jeder. Oft hat man so ein Ding sogar noch irgendwo in einer Schublade herumfliegen. Es gab sie schon in Yps-Heften und sogar schob in normalen Fernsehzeitungen. Damit muss sich doch etwas anfangen lassen. Kann ich  nicht meine eigenen Bilder so verändern, dass man durch eine solche Brille einen netten 3D-Effekt erzeugen kann? Klar… Photoshop wird das schon hinbekommen.

Hier das Tutorial:

1. Man nehme ein Foto. Ich habe dieses Bild meiner eigenen Hand genommen. Ich wollte schon immer mal meine eigene Hand in digitalisierter Form 3d auf dem Bildschirm haben. In meinem Fall habe ich das Bild auf 800×600 Pixel reduziert. Aber je höher die Qualität, desto besser wird der Effekt aussehen. Es sei gesagt, dass sich manche Fotos besser eigenen als andere. Also nicht enttäuscht sein, wenns net so toll aussieht 🙂

Meine Hand im Original
Meine Hand im Original

2. Man wandle durch einen Doppelklick die Hintergrundebene im Ebenenfenster in eine Ebene um und dupliziere diese Bildebene durch “Strg + j“.  Somit hat man dann die beiden Bilder, die man benötigt ein Bild in 3D darstellen zu können. Ein Bild wird in einen Rot-Ton und das andere in einen Grün-ton getaucht.

3. Nun wählt man die Original-Ebene aus und gelangt duch den Short-Cut “Strg + M” zur manuellen Einstellung der Gradationskurven. Hier kann man durch verschieben der Graphen die Tonwerte einzelner Bildkanäle ganz einfach verändern.

Meine Hand in Photoshop
Ebenenkopie erstellen und Strg + m

4. Man wähl in dem Pulldown-Menü den Kanal für Rot und verändere die Werte für Ein- und Ausgabe. In unserem Fall für die Ausgabe den Wert “0” und für die Eingabe den Wert “251”. Man bestätige die Werte und … das Bild ist perfekt eingefärbt. Zwar sieht man den Unterschied in unserem Fall nur in der Ebenenvorschau, aber das soll uns nicht weiter stören.

Gradationskurven
Die Gradationskurve für den roten Kanal verändern

5. Nun wählt man die Kopie unserer Ebene und verwende erneut die Tastenkombination “Strg + M“. Nun wählt man den grünen Kanal im Pulldown-Menü und stelle auch hier die Werte Ausgabe = “0” und Eingabe =”251″ ein. Doch nun sieht man, dass das Bild noch nicht wirklich einen echten Rot-Ton aufweist. Deshalb wählen wir gleich noch den Kanal für Blau und wiederholen den Vorgang bei Aus- und Eingabe. Jetzt ist alles perfekt. Bestätigen nicht vergessen.

Blauer und grüner Kanal
Nun blauen und grünen Kanal ändern

6. Sieht ja alles gar nich so 3D aus. Tja das liegt an den Layereffekten. Wir müssen nun noch vond er obersten Ebene den Blend-Modus einstellen und zwar auf  “umgekehrt Multiplizieren“. Wer jetzt denkt, es sähe wieder wie im Original aus… der hat recht. So sollte es auch sein. Somit stellen wir sicher, dass die richtigen Werte vergeben wurden. Aber um nun den finalen 3D-Effekt herzustellen ist es nicht mehr weit.

Blend-Modus einstellen
Nun noch den Blendmodus einstellen "umgekehrt Multiplizieren"

7. Man bleibe auf der obersten Ebenen und wähle das Transformations-Werkzeug. Nun bewege man die obere Ebene um einige Pixel nach Links oder Rechts (Pfeil-/ Cursortaste). Nun wird das Bild ein wenig unschärfer und die Ränder weisen die 3D-Bild typischen Roten und Grünen Ränder auf.

8.  Das Bild speichern und die 3D-Brille aufsetzen. Fertig. Das Ergebnis sollte dann etwa so aussehen 🙂

Meine Hand in 3D
So sollte das Ergebnis aussehen

Das ganze ist recht einfach. Man braucht bei dieser Methode nur wenige Minuten zur Anpassung seiner Fotos. Man kann diese Methode noch verfeinern um Details schärfer oder Unschärfer wirken zu lassen. Aber da könnt Ihr ja euren eigenen Verstand ein wenig anstrengen. Probiert ein wenig herum.

Kleiner Tipp:

Verzichtet auf Fotos die einen gelben, blauen oder roten Stich haben. Dadurch kommt der Effekt nicht zur Geltung. Aber wer sich mit Photoshop ein wenig auskennt, der wird auch so ein Manko am Bild schnell entfernt haben.

Mehr über 3D-Brillen und deren Technik erfahrt Ihr bei Wikipedia.

6 Replies to “3D-Bilder per Photoshop”

  1. Danke für das Tutorial, funktioniert gut. Allerdings war es teilweise schwer einige Schritte nachzuvollziehen. Für neulinge solltest du auch die Zwischenschritte miterklären.
    Nur so als kleiner Tipp 🙂

    Sonst finde ich die Idee ganz nett!

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