Dragon Age: Origins – Review

Blut klebt an den glänzenden Rüstungen der Helden, um ihnen herum liegen die verlierer eines großen und brutalen Kampfes. Ein Mann in dunkler Robe kniet vor dem Anführer der Heldentruppe und fleht um sein Leben. Er würde der Blutmagie abschwören und von nun an gutes tun. Der Zwerg schreit, dass man ihn nicht leben lassen könne, nach dem was er angerichtet hatte. Doch die Templerin bittet, dieser armen Kreatur das Leben zu schenken, damit ihn sie vor ein Gericht stellen könne. Der Mann bietet alles was er in seinem Besitz hat zum Tausch gegen sein Leben. Doch der Held wirft ein, dass er all das auch seinem toten Körper entreißen könnte, holt mit dem Schwert aus und Köpft den Blutmagier. Der Zwerg lacht und wischt sich das Blut aus dem Gesicht. Die Templerin schüttelt mit dem Kopf. Der Held plündert die Leiche und wendet sich ab.

Rollenspiel für Erwachsene

Die Eben beschriebene Szene stammt aus Dragon Age: Origins, dem Rollenspiel von Bioware (Mass Effect 2). So hart sich diese Szene anhört, ist auch der Rest des Spiels. Ständig sieht man sich einer brutalen Welt gegenüber. Wo in anderen Rollenspielen blühende Wiesen und Sonnenschein herrscht, ist die Welt von Dragon Age eher schmutzig und vom Krieg gezeichnet. Auch der Umgangston ist rauh. Dialoge sind unverblühmt und wirken dadurch sehr realistisch. Die Welt an sich gestaltet sich sehr glaubhaft, denn es gibt keine klare Trennung von Gut oder Böse. Zwar gibt es die große Bedrohung mit fiesen Dämonen als großen Aufhänger, allerdings tobt ganz nebenbei auch noch ein Bürgerkrieg um die letzten Städte der Menschen. Beide Parteien haben durchaus ihr nachvollziehbaren Gründe und man kann nicht von vorn herein sagen, wer denn nun der Gute und der Böse ist.Man selber muss entscheiden, wem man hilft und wo man sich besser raushält. Denn jede Entscheidung wirkt sich auf die gesamte Spielwelt aus. Tötet man in der Zwergenstadt Händler X, so bekommt man von seinem Bruder in Stadt Y vielleicht keinen Rabatt oder landet sogar auf der Liste von Kopfgeldjägern. Also Vorsichtig mit dem was Sie tun!

Offen für alles

Bioware war anderen in Sachen offener Umgang mit Sexualität in Spielen weit voraus. So können Sie,  je nach dem wie gut sie sich mit einem Charakter im Spiel verstehen, sehr intim mit diesem werden. Dabei driftet es keineswegs in Pornografie ab. Alle Szenen in denen sexuelle Handlungen vorkommen, werden sehr dezent und estetisch dargestellt. Darüber hinaus steht es Ihnen frei auch gleichgeschlechtige Partner zu wählen. Nettes Detail, was aber die Glaubhaftigkeit enorm steigert!

Gruppendynamik

Im Laufe des Spiels stoßen Sie auf allerlei Mitstreiter. Angefangen vom Zwerg bis hin zum Kriegshund. Jeder Ihrer Gefährten hat eine eigene Persönlichkeit mit ganz speziellen Ansichten und Meinungen. Der Zwerg ist ein kampfsüchtiger Haudrauf und stößt des öfteren mit der Tamplerin zusammen, die so gar nichts von sinnlosem Blutvergießen hält. So kommt es des öfteren vor, dass sich Ihre gefährten streiten oder sich Honig um den Bart schmieren. Sie können jeder Zeit Ihren Senf dazugeben, müssen jedoch aufpassen. Sie können es sich auch bei Ihren Gefährten verscherzen. Pochen Sie allzu oft auf Ihre Meinung wird sich das auf die Meinung auswirken, die ein Gefährte von ihnen hat. Versteht man sich beispielsweise gut mit dem Zwergen, dann bringt er Ihnen sogar nützliche Fähigkeiten bei und lässt Sie teilhaben an seiner Geschichte und plaudert aus dem Nähkästchen. Verscherzt man es sich, bekommt man eben diese Vertiefenden Informationen nicht. Wenn Man es mit dem Contra auf die Spitze treibt, verlässt ein Gefährte auch mal Ihre Truppe.

Bioware stellt damit einen Bezug zur Gruppe her, der in keinem anderen Rollenspiel (außer Mass Effect 2) erreicht wird. Teilweise schmunzelt man über die Kommentare des Zwergen oder fühlt sich angenervt von den Spitzen der Hexe.

Grafik ist nicht alles

Ich mag schicke Grafik und nutze auch gerne 100% die Leistung meiner zwei Grafikkarten aus. Aber viel wichtiger istr der Inhalt des Spiels. Kommt die Stimmung richtig rüber, kann ich mich in eine glaubhafte Welt versetzen und vor allem ist die Geschichte Originell? Grafisch gesehen braucht sich Dragon Age nicht zu verstecken, aber ich habe auch schon bessere gesehen. Die Texturen wirken so manches mal sehr matschig und die Gesichter Ausdrucksarm. Aber das ist wie gesagt verscherzbar. Ich würde sagen gehobene Mittelklassegrafik. Dafür absolute Oberklasse an Storytelling und Atmosphäre.

Das Kampfsystem

Seit Jahren warte ich auf ein Spiel, das an das hohe Nivau der Baldurs Gate Reihe heran reicht, wurde aber bis zum erscheinen von Dragon Age immer wieder enttäuscht. Dragon Age wird in Fankreisen als der 3. Teil von Baldurs Gate gehandelt. Die Kämpfe fordern die grauen Zellen ganz schön. Sich blind in einen Kampf stürzen verhilft nur sehr selten zum Erfolg. Ständig muss man sich neue Taktiken ausdenken und das Kampfgebiet  sondieren. Wie gehe ich am besten gegen die Bogenschützen vor und wer kümmert sich solange um die Nahkämpfer. Bei Bosskämpfen stellt Dragon Age den Spieler immer wieder vor knackige Rätsel. Wer nicht aufpasst, ist schneller am Boden als man “Scheiße” sagen kann. Leider muss man oft dann feststellen, dass man besser hätte speichern sollen. Frustfaktor für Einsteiger: Hoch. Erfahrende Rollenspieler und Taktiker haben allerdings ihre wahre Freude an diesem System.

Fazit:

Wenn ich mich nur entscheiden könnte zwischen Dragon Age und Mass Effect 2. Ich bin in beide Spiele so sehr verliebt, dass ich keine anderen für die einsame Insel bräucht. Der Wiederspielwert ist in beiden Fällen jedenfalls sehr hoch, da es eine unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Möglichkeiten gibt, dieses Spiel zu beenden. Als strahlendes Vorbild oder verruchter Schurke. Dann gibt es ja noch die verschiedenen Klassen, die man ja auch alle mal spielen sollte, da jede ihr eigenes Startgebiet hat. Ohne Nebenquests spielt man Dragon Age mindestens 40 Stunden und mit Nebenquests erstaunliche 65 – 70 Stunden. Außerdem gibt es ja da auch noch ein Addon… Viel zu tun für Rollenspieler.

Kauftipp: 100%

Morrigan die Hexe hat so ihre ganz eigene Meinung zu allem!
Dämon der Benommenheit
Vor diesem Kerl sollte man sich in Acht nehmen
Die Zwergenstadt
Vor den Toren der Zwergenstadt siehts düster aus

3 Replies to “Dragon Age: Origins – Review”

  1. Cooles Spiel sag ich. Bomben schwer, aber mit das beste, was es auf dem Markt gibt. Warte schon auf das nächste Dragon Age

  2. Hat mich nie wirklich gereizt… vielleicht bleibe ich besser bei den Killerspielen. Der Soundtrack vom Trailer hingegen ist mal richtig klasse 🙂

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