Es hat sich viel getan in Albion. Willkommen in Fable 3 Die einst blühende Stadt Bowerstone ist dreckig und von einer dicken Rauchwolke eingehüllt. Das industrielle Zeitalter hat begonnen. Zudem wird das Volk von einem Tyrannen regiert, dem Sohn des Heldenkönigs (Fable 2). Das Volk schreit nach Revolution und Ihre Antwort sollte lauten: “JA!”Deine Rolle in Fable 3
Du bist der kleine Bruder von dem tyrannischen Prinzen der Albion mit aller Härte regiert und Leid und Verderben über das Erbe Eures Vaters bringt. Nach einem tragischen Zwischenfall (wirklich sehr tragisch), beschließt Ihr die Revolution und somit die Befreiung Albions. Wie Ihr das anstellt, wird die Zeit euch Zeigen. Gut oder Böse? Es ist egal, denn wie auch immer es ausgeht, Albion braucht eine Veränderung!
Die Atmosphäre in Fable 3
Meine ersten Schritte durch Albion war anfangs ein wenig unsicher. Alles ist ein wenig finsterer und angsteinflößender in Fable 3. Schloss Fairfex tront wie eine Festung über der verdreckten Altstadt. Bürger sind in schmutzige Lumpen gehüllt und betteln, flehen um eine milde Gabe. Irgendwie traurig Bowerstone so zu sehen, wenn man es aus Fable 2 in Erinnerung hat. Doch das ist nur ein weiterer Anreitz es wieder zu dem zu machen, was es einmal war.
Nach ein paar sehr netten Szenen und einigen schon sehr moralischen Entscheidungen, geht es dann nach Brightwall. Eine Kleine Stadt mit einer vom Prinzen stillgelegten MagierAkademie. Und genau beim Betreten dieser kleinen unscheinbaren Stadt, wusste ich, das wird ein ganz tolles Spiel. Denn schon im 2. Teil konnte ich mir lebhaft vorstellen in einer der lauschigen Siedlungen leben zu können. Und genau so funktioniert das auch in Fable 3. Man möchte gleich ein Haus kaufen, eine Familie gründen und möglichst alle Ecken einer Region erkunden. Lionhead macht hier alles richtig. Großartig, denn ich fühl mich schon Zuhause.
Die Quests in Fable 3
Wo soll ich anfangen. Es sind einfach zu Viele. Aber mal der Reihe nach. Hauptquest ist es ja nun, den Prinzen zu bekämpfen und selber Regent zu werden. Dafür braucht man eine mächtige Armee und ein paar Asse im Ärmel. Darauf ausgelegt sind auch die Quests. Man muss den Leuten helfen Nahrung zu beschaffen, Ungeheuer zu vertreiben und sehr viel Propaganda zu betreiben. Also die Hauptquest ist sehr sehr interessant und sogar ein wenig politisch. Überzeugt man einen möglichen Verbündeten zur Zusammenarbeit, dann muss man ein Versprechen abgeben. Was passiert, wenn man ein Versprechen nicht halten kann, wird man sich wohl selber denken können. Nette Idee.
In Fable 2 war man gerne auch der Showmaster. Stellte man sich doch einfach auf den Bowerstonemarkt und zeigte erbeutete Trophäen, Sang ein Lied oder Tanzte. So machte man sich bei den Menschen beliebt. Das gibt es nun im 3. Teil der Fable-Saga in dem Maß nicht mehr. Das ist eines Prinzen nicht würdig, sich zum Affen zu machen. Der Prinz muss jetzt mit einzelnen Personen in Interaktion treten. Etwa die Hände schütteln, mit der Person tanzen oder was sonst so angeboten wird. Schafft man es, eine Person zu belustigen, wird sie vielleicht zu einem Freund, aber dafür muss man dem potentiellen Freund einen Gefallen tun. In Form einer, tue dies oder das Quest. Netter Einfall. Es spiegelt den wahren Charakter von Freundschaft wieder. Aber damit nicht genug, nach der Freundschaft kommt der Liebesquest und dann der Ehequest. Etwas mühsam und auf Dauer recht Eintönig, dafür aber lohnenswert, da man dafür wichtige Punkte bekommt, die man gegen Fähigkeiten und Ausrüstung eintauschen kann.
Hinzu kommen die massigen Nebenquests die stets eine nette Geschichte erzählen und immer wieder zum Schmunzeln verleiten. Haben Sie schon einmal mit einem Hühnerkostüm rebellierende Hühne besänftigt. Klingt komisch und da ist es auch.
Die Steuerung und das Interface von Fable 3
Eine gute Nachricht vorweg: Das Kampfsystem ist beibehalten worden. Das spart eine Menge an Umgewöhnungszeit. Doch dann wirds ein wenig kompliziert. Eine Anzeige der Lebensenergie fehlt. Das war sehr schockierend, denn woher soll ich denn wissen, wie oft ich nun getroffen werden darf? Aber schon nach kurzem Spiel findet man heraus, dass sich Fable 3 da ein wenig an den aktuellen 3D-Shooters orientiert. Wird man zu oft getroffen, emphielt das Programm einen Heiltrank oder ein Karotte zu essen. Aber wenn man die Möglichkeit hat dem Kampf für eine gewissen Zeit zu vermeiden, erholt sich die Lebensenergie von ganz alleine. Sehr Gewöhnungsbedürftig.
In Sachen Erfahrungspunkte
In Fable 2 bekam der Held je nach eingesetzter Waffe (Nahkampf, Fernkampf oder Magie) unterschiedliche Erfahrungspunkte und konnte diese Dann gegen eine Fähigkeit aus der jeweiligen Sparte auswählen und diese verbessern oder neue zu erwerben.
Das Erfahrungssystem wurde deutlich vereinfacht. Man bekommt nur noch eine Art von Erfahrungspunkte und füllt damit ein Siegelsymbol. Hat man ein Symbol voll, kommt das nächste. Hat nun beispielsweise 20 Siegel gefüllt, kann man per Reiseportal (dazu später mehr) auf die Siegesstraße reisen. Die Siegesstraße symbolisiert deinen Weg zum Sieg. Für erfüllte Quests kann man Tore auf der Strße öffnen, dahinter liegen in Schatztruhen verborgen neue Fähigkeiten wie Ausdrucksmittel oder Waffenfertigkeiten. An sich eine Nette Idee. Doch hin und wieder wirft einen diese Reise aus der Story. Wo man früher durch die Menüs schnell an die gewünschte Fähigkeit gekommen ist, so muss man heute reisen. Das dauert gefühlsmäßig ein paar Minuten länger und stört ein wenig. Atmosphärisch passt es aber gut.
Der Unterschlupf der Revolution
Auch der Unterschlupf kommt in Fable 3 besser zur Geltung. War man in Fable 2 nur einmal alle paar Tage im Heldenunterschlupf, so kommt man da nun immer hin, wenn man auf die Start-Taste drückt. In Ihrem Unterschlupf werden Sie dann freundlich von ihrem Buttler empfangen, der Sie durch die verschiedenen Räume geleitet. Der Unterschlupf in Fable 3 repräsentiert das Inventar aus Fable 2. Hier könnt Ihr in der Umkleidekabine neue Outfits anziehen, in der Waffenkammer eure Waffen verbessern oder umrüsten, in der Hall of Fame euren Spielfortschritt verfolgen und Geschenke in der Haupteingang entgegen nehmen.
Eine weitere sehr nützliche Sache ist der Kartentisch, auf dem Ihr in aller Schnelle eure Reise planen könnt. Dort werden nun auch alle Quests angezeigt. Auch gekaufte Immobilien lassen sich dort verwalten.
Immobilienmogul in Fable 3
Wo wir gerade bei Immobilien sind. Da hat sich Fable ein wenig weiterentwickelt. Nicht nur, dass das Einrichten der Häuse wesentlich umfangreicher geworden ist, nein man kann nun das Inventar von einem Buttler verwalten lassen. Außerdem besitzt ein Gebäude einen Zustandswert. Sinkt dieser auf Null, dann muss das Haus repariert werden, sonst bleiben die Mieten aus. Sehr blöd, denn der Verfall schreitet schnell voran und ein großes Immobilienimperium wie in Fable 2 ist somit nicht ohne weiteres möglich. Zudem ist ein Reperatur sehr teuer und ist bisher nicht automatisierbar. Leider.
Geschäftsimperium und Großverdiener
Geschäftsimperien in Fable 3 sind da schon rentabler. Man braucht keine Reperaturkosten bezahlen und die Einkünfte bleiben stabil. Dafür kann man nicht gleich zu Beginn des Spiels schon Geschäfte kaufen, sondern sich die Fähigkeit erst auf der Straße des Sieges freischalten. Kein Problem. Hat man erst einmal ein bis zwei Geschäfte dann rollt der Rubel.
Keine wahre Produktvielfalt auf Albion
Das Warensystem hat auch so seine Veränderung erfahren müssen. So konnte man in Fable 2 noch eine ganze Liste von Gegenständen aus dem Shop wählen oder all seine Sachen in jedem x-beliebigen Laden verkaufen. Jetzt ist das Angebot ein wenig geschrumpft. Nun kann man nur noch eine einzige Ware wählen und kaufen. So verkauft ein Gemüsestand jetzt nur noch Karotten und ein Geschenkeladen nur noch Eheringe. Nicht so gut, es wirkt nicht sehr realistisch und mindert das Spielgefühl ein wenig. Verkaufen kann man sein Sachen nun nur noch beim Pfandleiher. Nicht gerade Komfortabel. Aber da man seine Gegenstände nun nicht mehr frei einkaufen kann, sollte man sehr gut aufpassen, was man verkauft und was besser nicht. Man weiß nie, wo und wann man es gebrauchen kann.
Immer noch kein Hartz 4 in Fable 3
Wie auch in allen anderen Episoden von Fable gibt es auch im 3. Teil die obligatorischen Berufe. In Fable 2 gab es den Schankwirt, den Holzfäller und den Schmied. Jetzt gibt es den Musikanten (mit Laute), der im Stil von Guitar Hero zur richtigen Zeit, die richtige Taste auf dem Gamepad dücken muss, den Konditor der im Takt Kuchen backt (wie bei der Laute) und den Schmied. Nach jedem fertigem Takt, Kuchen, oder geschmiedetem Schwert, erhöht sich der Multiplikator und man bekommt mehr Geld. Jedoch geht der Multiplikator nicht mehr über 10 und man steigt auch nicht automatisch in der Stufe des Berufes auf, sondern muss sich die neue Berufsstufe auf der Straße des Sieges kaufen. Das lohnt sich sehr, denn man kann eine Menge Geld mit den Berufen verdienen.
Etwas schade ist, dass sich wie in Fable 2 die Berufe kaum von einander unterscheiden. Es sind stets die gleichen Reaktionsspielchen, die nach einer gewissen Weile an Spass verlieren. Ich persönlich hätte mir da sogar ein wenig praktischere Berufe gewünscht. Warum kann ich kein Schwert für mich selber schmieden, oder einen Trank brauen?
Alte Bekannte in Fable 3
Da Fable 3 etwa 15 Jahre nach dem Abenteuer aus Teil 2 spielt, sind noch nicht alle alten Freunde tod. Nein Manche leben noch und kreuzen das eine oder andere mal den Weg des Helden. Mal sind die Begegnungen freudiger Natur, mal eher weniger. Aber eines soll gesagt sein, sie passen voll in die Geschichte und wirken niemals erzwungen. Auch das eine oder andere Monster wird einem bekannt vorkommen. Mit von der Partie sind wieder mal die Hobbs und die Hohlen Männer. Juhuu
Aber wer von euch erinnert sich noch an Chesty?
Fazit:
Es wurde vieles vereinfacht. Einiges zu recht, einiges zu unrecht. Aber alles in allem Stimmt aber die Mischung in Fable 3. Die Atmosphäre ist zum schneiden dicht und verführt immer wieder zu ungeplanten Expeditionen. Da könnte ja noch eine unentdeckte Truhe sein. Außerdem ist es eine neue Geschichte, die nicht unbedingt die Rollenspiel-Klischees erfüllt. Ein politisches Thema wie Revolution finde ich einfach Spannend. Ich freue mich auf viele viele Stunden Spielspass und viele moralische Entscheidungen!
Lange lebe der Held von Albion!





Ohhhho. Hört sich gut an. Ich muss erst Fable 2 spielen um das Spiel zu verstehen? Oder erklärt sich die Handlung von allein?
Guter Einblick. Danke.