Kennt ihr noch…

… Oil Imperium?

Wenn ihr jetzt an Aral, Shell, Lomo und Konsorten denkt, liegt ihr falsch. Nein bei Oil Imperium handelt es sich um ein Computerspiel in dem ihr euer eigener Ölmogul sein könnt. Wer jetzt an stinklangweilige Handelssimulationen denkt, in dem ihr 80 oder gar 90% der Spielzeit damit verbringt, Statistiken zu wälzen oder gar das Handbuch, dann liegt ihr wieder daneben. Aber mal ganz von vorne….

In der Zeit des C64, des AtariST oder des Amiga500+ gab es viele Wirtschaftssimulationen. Diese waren meist wie oben beschrieben langweilig und konnten bis auf ein wenig Statisken anschauen und Gewinnerwirtschaftung nicht viel bieten. Auch waren die Spiele Grau und boten schlicht und einfach zu wenig fürs Auge. Da spielte man lieber StreetFighter oder Turrican, denn da flogen schon damals die Fetzten. Ja aber nach einer guten Wirtschaftssimulation suchte man lange und stolperte über eine schön gestaltete Spielepackung in den Zahlensumpf.

Eines schönen Nachmittags begab ich mich zu einem Nachbarn, denn der hatte im Gegensatz zu mir nämlich einen Amiga500+. Ich besaß nur einen C64 (auf den bin ich heute noch stolz). Jedenfalls wollten mein Nachbar und ich den ganzen Tag mit zocken verbringen. Ferien sei Dank war das auch möglich. Wir spielten allerlei Sachen und irgendwann viel mir eine Diskette auf, wo der Name “ÖL Imperium” drauf geschrieben stand. Auf die Frage, ob wir das auch mal zocken könnten, kam nur der Satz: “Ich weiß nicht ob du das magst, das ist eine Wirtschaftssimulation, wo man Öl verkauft!”

Wir legten die Diskette vorsichtshalber zurück in die Box, denn ich war zugegebener Maßen nicht der Simulationsfreund. Aber nach 4 Stunden Turricane und vielen Runden Streetfighter, wagten wir uns dann doch auf einen Blick an Öl Imperium! Alleine der Ladebildschirm sah für damals verdammt gut aus und der 8Bitsound rockte. Nach dem man dann den Kopieschutz eingegeben hatte, durfe man sich ein Firmenlogo und ein Büro aussuchen. Dann noch schnell den Namen eingeben und schon wurde man auf eine grafisch sehr schön angelegte Bedieneroberfläche geworfen. Dort konnte man mit der Maus etwa auf den Computer klicken um dort dann Ölfelder zu kaufen, Öl zu verkaufen und allerlei andere Dinge. Auf den Zeitungsbutten gedrückt, bekam die neusten veränderungen auf dem Markt mitgeteilt oder sah welche Firma gerade in finanziellen Nöten steckte.

Sah gut aus und bediente sich hervorragend. Doch das war noch nicht alles. Wenn man eine Ölquelle kaufte, musste man entweder eine Bohrfirma beauftragen zu bohren, oder man machte das in Form eines Minigames einfach selber. Das machte Spass und sparte Geld. Außerdem gab es Zufallsereignisse bei denen man seine brennenden Ölfelder selber löschen oder eine Pipeline verlegen musste. All das war optisch und spielerisch so toll umgesetzt, das wir die ganze Nacht ausprobierten und schließlich in den Spielewahnsinn getrieben wurden. Wir brauchten nicht einmal das Handbuch, denn alles lies sich spielend selbst erkunden.

Irgendwann war dann der Spieleabend vorbei und ich bekam eine Menge ärger von meinen Eltern, dass ich die Nacht nicht Nachhause gekommen bin. Aber hin oder her. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, denn der Abend war genial.

Nun blieb nur noch die Frage, wo bekomme ich das Spiel für den C64 her? Gibt es das überhaupt für den C64 und wie teuer würde es wohl sein? In Zeiten ohne Internet war das ein verdammt schwerer Weg. Ich fragte meine Klassenkammeraden, hängte Suchanzeigen in der Schule ans schwarze Brett. Doch alles ohne Erfolg. Eines Tages fuhr ich mit meinen Eltern auf einen Flohmarkt und dort entdeckte ich einen Stand wo viele Computersachen standen. Der Verkäufer hatte sich einen AtariST gekauft und wollte nun, seine ganzen C64-Sachen loswerden. Dabei half ich ihm gerne. Er fragte was ich haben wollte und mein Blick fiel auf einen Karton mit Diskettenboxen, einigen Büchern und viele andere Gadgets für den C64. Diese Kiste sollte es sein. Da der Mann selber sehr an seinem C64 gehangen hatte, aber sah wie sehr mich diese Kiste fazinierte und machte er mir einen Taschengeldpreis. Nun stand ich da auf dem Flohmarkt mit einer Kiste so groß wie ich selber und wartete ungeduldig auf meine Eltern.

Die waren, als sie die Kiste sahen nicht gerade begeistert. Das Auto würde so voll sein, dass sie ihre dort gekauften Sachen gar nicht transportieren könnten. Aber da war ich hart im nehmen. Ich verbrachte die Fahrt unter dem Karton, den ich auf den Schoß genommen hatte.

Zuhause verbrachte ich Stunden damit ihn auszupacken und zu bestaunen, was sich darin alles befand. An den Diskettenboxen hatte ich locker 2 Wochen zu gucken… Aber dann erblickten meine Augen etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Eine Box des SPieles “Öl Imperium”! Selbst wenn all der andere Kram in der Kiste Schrott gewesen wäre, so hätte sich der Kauf alleine wegen des Spieles schon gelohnt.

Ausgepackt und in das Laufwerk gesteckt. Tada mein eigenes Öl Imperium, was sich von der Amiga Version gar nicht zu sehr unterschied. Ein wenig weniger Grafik, aber sonst war alles gleich!

Von nun an spielte ich es häufig und lang, auch mir Freunden….

weitere Informationen

Öl Imperium bei c64wiki

Öl Imperium bei Abadonia

c64wiki

3 Replies to “Kennt ihr noch…”

  1. Das sagt mir gar nichts… aber ich hatte ja auch einen Amiga 600 und als Sim immer Bunderliga-Manager Professional (und später dann “Hattrick”) gespielt.

  2. Ja die beiden kenn ich auch noch. Aber so wirklich habe ich mich nie für Fussball interessiert. Jetzt ist das schon etwas anderes 😀

    Aber Öl Imperium ist der Klassiker. Er ist auf c64wiki unter den Top100 auf Platz 20! Ist aber auch schon sehr alt. Ich glaube erschienen ist es 1989! Ich war da schon ganze 8 Jahre alt 😀 Gespielt habe ich es dann mit 12. Mit 8 habe ich nur einen VC20 mit Datasette gehabt und mit meinem Papa Dame gespielt 😀

  3. Auf dem Brotkasten bei meinem Kumpel war “Ghostbusters” recht beliebt, oder “Great Giana Sisters”. Das waren noch Zeiten…

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