Urlaub August 2012 – Tag 2 Unpluged

Man stelle sich vor, dass eine E-Mail abrufen 5 Minuten dauert. Das klingt nach vereinbaren Zeitmaßen. Aber wenn man des gesamten Zeitaufwand betrachtet, der dahinter stecke, dann weiß man, wie toll es ist, DSL zu haben.

Der Morgen des 2. Tages beginnt früh. Um 8:15 ist es vorbei mit dem Schlaf. Aber was hatte mich geweckt? Kein Lärm der einen aus dem Tiefschlaf reißt, kein Wecker der einen ins Hier und Jetzt holt, kein klingendes Telefon… nicht einmal ein Flugzeug weit und breit… Es war seltsam. Ich wurde einfach wach und wollte nicht mehr weiter schlafen… ganz ohne Zwang stand ich auf, putzte mir die Zähne und bereitete das Frühstück auf dem Balkon vor. Hatte ich in der ruhigen Umgebung wirklich so gut geschlafen, dass ich einfach komplett ausgeruht war? Schwer vorstellbar, aber für mich die einzige logische Schlussfolgerung.

Beim Frühstück mal eben die E-Mails abrufen, ein morgentliches Ritual, Fehlanzeige. Die Empfangsanzeige des iPhones zeigte an, dass es um diese Uhrzeit nicht einmal Netz gab, durch dass ich einen Anruf hätte tätigen können. Also dann doch lieber mal bei SpiegelOnline die neusten Schlagzeilen lesen. App startet, doch dann, es gab doch kein Netz… Wieso hatte ich es überhaupt erst einmal probiert? Gewohnheit? Verdrängung? Ich glaube eine Kombination aus beidem. Glücklicherweise hatte der Zeitungsjunge oder wer immer auch für die Lieferung verantwortlich war, die Zeitung bereits in den Briefschlitz gesteckt. Regionalzeitungen sind herrlich nichtssagend. Todesanzeigen… kenne eh keinen davon, In Bebra wurde ein Fahrrad gestohlen und der Bürgermeister hatte die neue Rutsche auf dem Kinderspielplatz in Dens feierlich eingeweiht. Spannend. Das Kreuzworträtsel war da schon spannender… aber hey… wie soll ich das Ding eigentlich lösen, ohne Google verwenden zu dürfen… Naja lassen wir das.

Der Restliche Morgen wurde auf dem Balkon verbracht. Sonnenschirm aufgespannt, einen kühlen ErdbeerLimes mit Strohhalm, ein gutes Buch. Irgendwie hat Urlaub schon was. Aber da war doch noch etwas. Ich wollte doch die E-Mails abrufen. Mit dem iPhone war das noch immer nicht möglich. Blieb also nur der Gang zum Computer meiner Mutter. Ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Ein alter Kasten, den ich einmal mit auf jede LAN-Party geschleppt hatte… Wenn mich nicht alles täuscht ist das sogar noch meine OriginalInstallation von WindowsXP… Der Rechner, ein Athlon Thunderbird 1,4GHZ mit 512 MB DDR-Speicher und einer 2,5GB Festplatte, fuhr tadellos hoch. Eben noch gute alte Wertarbeit. Auch wenn es etwa 5 Minuten gedauert hatte, bis ich wirklich den Browser gestartet bekam. Immerhin schon der neue FireFox14.01. Meine Mutter hat einen technisch versierten Feuerwehrkollegen, der gerne die alte Kiste in Schuss hält. Gut so.

Als der Firefox gestartet war, bekam ich die nette Anzeige, dass es keine Verbindung zum Internet gab. Was? Achso… ich hatte vergessen das Modemkabel an die Telefonbuchse anzuschließen. Einmal das 20 Meter lange Kabel quer durchs Haus gelegt, die Katze damit zum Spielen angeregt und fast den Hund über den Haufen gerannt… Passt. So nun noch das Modem einschalten und per DFÜ-Verbindung eine 56k-Verbindung zum WorldWideWeb herstellen. Das Modem kreischt. Gutes Zeichen. Ein wenig warten bis die beiden kleinen Monitor-Icons in der ServiceLeiste neben der Windowsuhr leuchten und dann GO!

www.googlemail.com… Enter… Verbindung wird hergestellt…. JAU… 2 Minuten später: Seite wird geladen…. 2 Minuten später… WoW da sind meine E-Mails… Was nur eine neue… und dann auch noch eine Werbemail… Gnarf… und dafür den ganzen Aufwand. Naja dann lese ich halt die Werbemail. Besser als gar keinen Kontakt zur Außenwelt. Amazon hat heute Lautsprecher im Angebot. Sehr interessant. Aber an eine Bestellung ist nicht zu denken, die Internetverbindung ist zu langsam. Das würde mich Stunden meines Urlaubs kosten. Also Computer runterfahren und warten, bis mich Windows auffordert, den Computer nun ausschalten zu dürfen. JAU…

Um 16 Uhr hatte ich einen Friseur-Termin in der GemeindeHauptstadt… nennt man das so? Jedenfalls war es ein Dorf, dass größer war und sogar Einkaufmöglichkeiten und ein Freibad bot. Der Friseur ist ein alter bekannter. Ich mag ihn. Er schneidet meine Haare immer so, wie ich mir das vorstelle. Er redet gerne über aktuelle Themen und scheint auch sonst sehr gut in seinen Beruf zu passen. Auch mein Bart wird professionell gestutzt. Das ganze dann für 13 Euro. Das ist ein Luxus den man in Frankfurt so nicht bekommt. Jedenfalls nicht zu diesem Preis… Es sei denn man lässt sich die Haare im Bahnhofsviertel vom Türken schneiden… Aber da fehlt mir einfach die Kundennähe und die Ergebnisse überzeugen nicht immer…

Nach dem Termin noch eben schnell ein bisschen Gemüse eingekauft, ein wenig Käse, einen guten Wein und Tabak. Das Abendessen sollte auf dem Balkon stattfinden. Lecker Raclett mit Aubergine, Paprika, Mais, Tomaten aus dem Garten und Käse in allen Varianten. Dazu ein vorzüglicher französischer Wein. Einfach gut und lecker. Vor allem die Gemütlichkeit beim Raclett weiß ich sehr zu schätzen. Viel Zeit zum wenig essen. Sehr gesund zudem 😀

Den Rest des Abends verbrachten wir dann gemeinsam auf dem Balkon, redeten lange, tranken Wein und guckten in einen von Sternen durchsetzten Abendhimmel. Die Grillen zirpten so laut, dass wir teilweise unser eigenes Wort kaum verstanden. Sehr schön.

Um 23:00… Zwei Stunden vor meiner eigentlichen Bettzeit, waren wir dann so müde, dass wir den 2. Tag unseres Urlaubs damit beendeten, dass wir noch einen kleinen Gang mit Hund machten und dann ins große Bett fielen und uns auf Tag 3 freuten 😀

2 Replies to “Urlaub August 2012 – Tag 2 Unpluged”

  1. Der gute Schlaf kommt auf jeden Fall vom Wein!
    Vergiss nicht extra viel zu rauchen, sonst wird dein Körper von der sauberen Luft zu sehr dekontaminiert und du wirst dich, zurück in der Stadt, äußerst unwohl fühlen!

    Weiterhin herrlich kriechende Landzeit!

  2. Ja der Wein ist definitiv in Verbindung mit frischer Luft ein gutes Mittel ins Bett zu kommen. Rauchen habe hier so gut komplett abgeschaltet, bin ja gerade sogar zu faul mir eine zu drehen 😀 Das wird ein böses Erwachen, wieder in die Stadt zu müssen, da mein Körper vollkommen auf ländliche Luft umgestellt hat…

    Die Ladezeiten sind der Hammer… Man kann praktisch einen Brief per Post versenden und der kommt früher an, als eine E-Mail. Meine Blogeinträge mache ich von einem Modem aus… WordPress kriecht praktisch durch die Leitung… ich traue mich kaum Fotos hochzuladen 😀

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