Wenn der Kunde IE6 -Support möchte

ie6? no, thank youIch habe vor kurzem einen interessanten Bericht auf smashingmagazine.com gelesen, in dem es darum geht, wie man reagieren sollte, wenn ein Kunde IE6-Support für seine Website haben möchte. Hört sich nach einem Problem an, das viele Designer haben. Aber warum möchte ein Kunde überhaupt noch IE-Support und was bedeutet es für den Designer und für die Entwicklung an sich? Wie kann man dem Kunden durch die Blume sagen, dass er auf IE7 und IE6 locker verzichten könnte?

Web-Designer sind selbst dran schuld

Ein Punkt in dem ich dem SmashingMagazine voll und ganz Recht gebe ist der, dass viele Web-Designer sich selber in die missliche Lage bringen, eine Website auch IE6-Konform zu Coden. Der Kunde ist der Meinung, es sollte doch kein Problem sein, eine Website auch für ältere Browser zugänglich zu machen. Der Designer oder Freelancer will natürlich den Job und sagt einfach: “Ja ist doch alles kein Problem”

Aber die Kehrseite ist…

Mehr aufwand für das gleiche Geld…
Wenn ich das Design einer Startseite oder eines Templates für den Firefox, Chrome und für Safari umsetze, dann brauche ich je nach Muse 1 – 2 Stunden. Um diese Seite dann für den IE8 pixelgenau anzupassen brauche ich zusätzlich 2 Stunden. Wenn dann noch IE7 umgesetzt werden soll, dann kommen ganze 4 Stunden hinzu. Ich will erst gar nicht davon reden, was dann für den IE6 dazu käme. Viel Arbeit auf jeden Fall!

Arbeiten an Dingen die keinen Spass machen…
Eine Website dann für jeden Uralt-Browser pixelgenau anzupassen macht einfach keinen Spass, es dauert sehr sehr lange und mehr Geld bekommt man unter umständen auch nicht. Auch wenn Arbeit nicht immer nur Spass machen kann, so sollte man doch immer das optimum herausholen. Auf Dinge wie IE6-Support könnte man heute locker verzichten und den Spassfaktor der Arbeit deutlich anheben!

Entwicklungen werden behindert…
Warum wir immer noch auf der Stelle herumtreten und IE6 supporten müssen, liegt daran, dass wir es einfach immer noch machen. Ein Kunde möchte ganz klar seine Website auf allen verfügbaren Plattformen und Browsern gleich angezeigt bekommen. Damit auch seine Kunden, die vielleicht immer noch alte Technik verwenden, sich auch beachtet fühlen. Kunde ist halt König.
Wenn nun jeder Designer einfach sagen würde, dass es zu Aufwendig sei, die Website auf jeden alten Browser zu optimieren, dann würden bald auch die letzten Nutzer des IE6 bemerken, dass sie sich mal einen neuen Browser zulegen sollten.

Wie bringt man es dem Kunden bei?

Am einfachsten wäre es ja zu sagen, dass man für die Optimierung auf IE6 mehr Zeit und damit auch mehr Geld bräuchte. Nun würde zwar jeder Kunde sagen, er suche sich einen anderen für den Job, was man ihm auch nicht übel nehmen kann… aber…
Wenn man ein wenig geschickt mit Psychologie an die Sache herangeht kann man dem Kunden klarmachen, dass er kaum Einbußen hätte, wenn man den IE6 einfach weglassen würde.

Statistiken können helfen

Wenn man mal ein Analyse-Tool zur Hilfe nimmt, und sich mal die Nutzer-Statistik anzeigen lässt, findet man schnell ein schlagendes Argument. Von wöchentlich 10.000 Besuchern nutzen gerdade mal 200 noch den IE6…
Nun könnte man dem Kunden das genau so sagen, aber vorsicht. Ein Kunde wird die Zahl 200 hören und sich denke, dass es immerhin 200 potenzielle Kunden sind. Nun muss man einfach ein wenig psychologisch agieren und sagen, dass lediglich 2% der Seitenaufrufen über den IE6 stattfinden. Dann verweist man auf den erheblichen Mehraufwand den man betreiben müsste um die Website auf IE6 zu optimieren und dass man mit fortschrittlicher Technik wie HTML5 und CSS3 optisch viel mehr erreichen könne und stehen die Sternen auf zu euren Gunsten! 200 hört sich nämlich immer noch nach mehr an, als wenn man es einfach in Prozent ausdrückt. DING!

Fazit

Das SmashingMagazine hat da einen sehr interessanten Punkt angesprochen. Ich sehe das genau so. Vielen Dank!

3 Replies to “Wenn der Kunde IE6 -Support möchte”

  1. Wie gesagt, es gibt etwa noch 3% in Deutschland, die noch nie einen Updatenbutton benutzt haben 😀
    Ist schon sehr schrecklich… vor allem was das für eine Arbeit macht 🙂

  2. Wenn ich mir das so durchlese… Ja es ist natürlich mehr Aufwand und muss dem entsprechend auch honoriert werden… Aber wenn man dringend einen Job braucht, weil man gerade knapp ist oder noch nicht mehr vorweisen kann, dann würde ich mich auch breitschlagen lassen.

    Man ist Dienstleister und davon gibt es viele. Ich würde mich definitiv über jeden Job freuen und auch unbezahlte Mehrarbeit in Kauf nehmen.

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